Kinderpsychologin Tischa Neve gibt zehn Tipps, wie du das angehst.
1. Gute Vorbereitung
Gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Geht zum Beispiel jeden Sonntagabend gemeinsam die Woche durch: Was steht auf dem Programm, wer macht was und wie läuft die Logistik? Das gilt auch für den Rest der Woche: bereitlegen, was geht, Essen für zwei Tage kochen und die Schultaschen schon am Abend vorher packen. Das spart so viel!
2. Clever planen und organisieren
Notiere Dinge, die erledigt werden müssen, sofort in einem Kalender und führe eine fortlaufende Einkaufsliste. Bündle Tätigkeiten wie Bügeln, Papierkram und kleine Arbeiten in einem geplanten Zeitblock, statt immer ein bisschen zu machen. Achte vor allem auf deinen eigenen Terminkalender und den der Kinder. Plane genug Ruhepausen ein, darüber freuen sich alle.
3. Routinen
Routinen für die täglich wiederkehrenden Dinge zu Hause geben Klarheit, Regelmäßigkeit, Halt und Ruhe. Feste Abläufe für das Morgen- und Abendritual verhindern eine Menge Stress.
4. Grundabsprachen
Süßigkeiten, Fernseher oder Computer, Schlafenszeiten, herzhaft oder süß aufs Brot, Hausaufgaben und Spielen – das kann zu Hause für ziemlich viel Unruhe sorgen. Feste Grundabsprachen zu solchen wiederkehrenden Machtkämpfen sorgen für Klarheit und viel weniger Streit. Einfach, weil ein Kind weiß, was abgemacht ist. Ausnahmen benennst du einfach als Ausnahme.
5. Nimm dir Zeit
‚Jetzt beeil dich doch mal….‘ ‚Komm, wir kommen zu spät.‘ Wie oft hören wir uns das sagen. Ich kann wirklich keinen besseren Tipp geben, als sich einfach etwas mehr Zeit für alles zu nehmen, was erledigt werden muss. Rechtzeitig anfangen, einfach etwas früher aufstehen und rechtzeitig nach oben gehen. Einfach und wirkungsvoll – wenn wir es nur tun.
6. Choose your battles
Man kann sich über alles aufregen, man kann es aber auch lassen. Mir hilft es enorm, seit ich vieles loslasse. Mach manche Dinge einfach selbst, mach nicht aus allem ein Thema und beschränk dich auf die Dinge, die wirklich wichtig sind.
7. Leg die Latte etwas tiefer
Glaub mir: In keiner Familie ist es immer gemütlich, und kein Kind und kein Elternteil ist immer freundlich und entspannt. Das geht nicht und muss auch nicht sein. Heute keine Energie mehr? Dann ist das Haus eben morgen wieder ordentlicher. Alle erschöpft und schlecht gelaunt? Sag ein paar Termine ab und mach einen DVD-Nachmittag. Verlang nicht zu viel von dir und deinen Kindern. Wir sind alle nur Menschen.
8. Mach es dir und den Kindern leichter
Wähle an hektischen Tagen Essen, das die Kinder mögen. Püriere an einem anstrengenden Tag einfach die Nudelsoße, um Gequengel zu vermeiden. Und bestell in vollen Wochen deine Einkäufe ruhig mal online, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
9. ‚Fehler‘ machen ist erlaubt
Die perfekte Erziehung gibt es zum Glück nicht. Den perfekten Elternteil auch nicht. Erzieherische Fehltritte ab und zu gehören dazu; jeder macht sie, und sie sind fürs Aufwachsen von Kindern sogar völlig in Ordnung. Stell dir vor, du hättest perfekte Eltern: stinklangweilig – und als Kind würdest du außerdem viele wertvolle Lebenslektionen und Lernmomente verpassen.
10. Aufmerksamkeit bei Übergängen
Übergangsmomente sorgen oft für quengelnde oder rebellierende Kinder. Viele Kinder finden diese Momente schwierig. Sie überblicken die Situation nicht, können schlecht etwas abschließen oder müssen sich erst an die neue Situation gewöhnen. Es ist schön und klug, in solchen Momenten etwas Zeit und Aufmerksamkeit für deine Kinder zu haben. Echte Zeit und Aufmerksamkeit.
Diese Tipps und noch viel mehr Inspiration für eine schönere und leichtere Erziehung von Kinderpsychologin Tischa Neve findest du in ihrem neuesten Buch ‚Inspiratieboek voor leuker en makkelijker opvoeden‘ (auf Niederländisch).
Quelle: JM Ouders
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